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Radio Insurgente - die Stimme der EZLN

FelS, 29.07.2003

Unterstützt "Radio Insurgente"!
Aufruf an alle Chiapas-Solidaritätsgruppen & Interessierten in Europa

Seit zwei Jahren betreibt die EZLN-Basis bereits ein eigenes Radio in Chiapas. "Radio Insurgente - La voz de los sin voz" sendet auf UKW von mehreren Standorten aus 12 Stunden täglich, von 6 bis 18 Uhr. Täglich werden Nachrichten nicht nur auf spanisch, sondern auch in verschiedenen Indígena-Sprachen gesendet.

EZLN Radio
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Unterstützt "Radio Insurgente - die Stimme der EZLN"!
Aufruf an alle Chiapas-Solidaritätsgruppen & Interessierten in Europa

Seit dem Aufstand der EZLN am 1. Januar 1994 blicken nicht nur viele
MexikanerInnen, sondern auch Teile der Weltöffentlichkeit nach Chiapas. Die Zapatistas haben die Welt verändert. Sie haben in Millionen von Köpfen neue Hoffnung geweckt, neue Vorstellungen von Demokratie, Gerechtigkeit und Würde entwickelt. In ihrem Geist haben sich auch in der gesamten westlichen Welt unzählige neue Gruppen und Bewegungen zusammengefunden. Die ZapatistInnen aus dem mexikanischen Chiapas gehören zu den BegründerInnen des Widerstands gegen den Neoliberalismus.
Ende Juli 2003 hat Subcomandante Marcos in einem Communiqué angekündigt, dass demnächst mit "Radio Insurgente - die Stimme der EZLN" ein zapatistisches Kurzwellenradio auf Sendung gehen wird. Es wird auf dem gesamten amerikanischen Kontinent zu empfangen sein, und mit ein bisschen Glück auch in Europa.
Eine Frequenz wurde bisher noch nicht bekanntgegeben. Gerüchten zufolge soll Radio Insurgente demnächst auch über Internet gehört werden können. Marcos wörtlich: "Der Sup wird eine einstündige Musiksendung machen, die wie es geboten ist, im Morgengrauen gesendet werden wird. Nein, der Sup wird nicht etwa singen, sondern er wird Musik, Märchen und Erzählungen vorstellen. Das Programm ,Durito DeeJay' startet vorerst noch nicht, weil der Käfer sich noch mit Schleifchen schmückt und außerdem keinen Vertrag unterzeichnet (Er will es unter 24 Stunden täglich nicht machen)."
Marcos fordert die mexikanische und internationale Zivilgesellschaft in dem Communiqué auf, sich für den 8., 9. und 10. August 2003 nichts vorzunehmen.
Ob damit nur der Start des neuen intergalaktischen Radios gemeint ist oder die EZLN noch weitere Überraschungen plant, darf spekuliert werden. Gleichzeitig warnt der Subcomandante vor einer Anspannung der militärischen Lage: "Vor allem im Hochland in den Gemeinden Chenalhó, Pantelhó und Cancuc entfalten Paramilitärs fieberhafte Aktivitäten, die auf einen bevorstehenden Angriff hindeuten. Die Militär- und Polizeigarnisonen in dieser Gegend haben sich völlig abgeschottet, sicherlich um später sagen zu können, sie hätten nichts gehört.
Die Stimmung ist dieselbe wie kurz vor dem Massaker von Acteal, als 45
Männer, Frauen und Kinder mit exzessiver Grausamkeit von Paramilitärs ermordet wurden." Es scheint also geboten zu sein, die Weiterentwicklung der Situation vor Ort auch aus Europa mit besonderer Aufmerksamkeit zu verfolgen und schon rechtzeitig über hiesige Medien und das Internet deutlich zu machen, dass die Augen der Weltöffentlichkeit wieder einmal auf Chiapas gerichtet sind.
Seit zwei Jahren betreibt die EZLN-Basis bereits ein eigenes Radio in
Chiapas. "Radio Insurgente - La voz de los sin voz" sendet auf UKW von
mehreren Standorten aus 12 Stunden täglich, von 6 bis 18 Uhr. Täglich werden Nachrichten nicht nur auf spanisch, sondern auch in verschiedenen Indígena-Sprachen gesendet. Alle Programme werden in mindestens drei Sprachen übersetzt, sei es zur Gesundheitserziehung, zu den eigenen Traditionen, Hörspiele oder Hintergrundinformationen zu den Forderungen der EZLN und den aktuellen Strategien der Aufstandsbekämpfung.
Radio Insurgente ist damit in der ganzen Gegend der einzige Sender, der auch von dem Großteil der lokalen Bevölkerung verstanden wird, dessen Spanischkenntnisse unzureichend sind.
Damit ist Radio Insurgente für die Menschen in Chiapas ein einzigartiges Fenster zur Welt, das den Blick auf andere Kämpfe und Konflikte eröffnet.
Und es ist eine Waffe: Wie manche der vielen täglich eingehenden Hörerwünsche und Zuschriften beweisen, wird Radio Insurgente auch von Soldaten und Paramilitärs gehört. Zuweilen wendet sich das Radio deshalb direkt an diese Hörer, um sie zu demoralisieren oder sie zum desertieren aufzufordern.
Die Studios von Radio Insurgente werden hauptsächlich von Frauen betrieben. Sie haben im Umgang mit der Technik neues Selbstvertrauen erworben, und genießen als Radiosprecherinnen in der gesamten Gegend großes Ansehen. Sie haben auch dafür gesorgt, dass Themen wie die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungs, Gewalt gegen Frauen oder geteilte Verantwortung in der Kindererziehung und Hausarbeit im Radioprogramm angesprochen werden.
Die Botschaft der ZapatistInnen ist im entwickelten Norden des Planeten wesentlich schneller angekommen als in Chiapas selbst. Dort ist der soziale Fortschritt zwar deutlich spürbar, aber langsam. Das Medium Radio kann diesen Lernprozess erheblich beschleunigen. Deshalb sind vier weitere Radiosender geplant, um einen Großteil von Chiapas mit einem Programm abzudecken, das die zapatistische Politik zur eigenen Basis zurückträgt und den konstanten Belagerungszustand unterläuft.
Die ZapatistInnen haben sich dieses Radio erkämpft. Gegen die Soldaten, aber auch gegen Lehrer, die ihnen als Kinder nichts beigebracht haben und gegen Machtverhältnisse, die Indígenas wie sie allenfalls als Arbeitstiere existieren lassen. Sie machen ihr eigenes Programm, und sie betreiben und warten ihre eigenen Sendeanlagen.
Was sie in ihrer derzeitigen Lage nicht selbst machen können, ist Geld
erwirtschaften, um weitere Studiotechnik und Sendeanlagen finanzieren zu können.
Und sie sind darauf angewiesen, dass die internationale Öffentlichkeit sie weiterhin kritisch solidarisch begleitet und dadurch vor militärischen oder paramilitärischen Angriffen schützt.

***** Hier seid deshalb Ihr gefragt! *****
* Bitte verbreitet diesen Aufruf in allen Publikationen, die ihr erreichen könnt!
* Schreibt, falls die Lage sich weiter verschärfen sollte, Emails an die mexikanische und die chiapanekische Regierung!
* Bitte spendet und helft damit, das Radionetzwerk weiter auszubauen!
* Wir garantieren, dass Euer Geld ans Ziel kommt.
Richtet eure Überweisung an:
Nachrichtenpool Lateinamerika e.V., Konto Nummer 162 641 08, Postbank
Berlin
Bankleitzahl 100 100 10, Verwendungszweck: "Spende Radio Chiapas"
PS: Der Verein ist gemeinnützig => Spenden sind steuerlich absetzbar!

weitere Informationen zum Thema z.B. unter:
www.gruppe-basta.de * www.zapapres.de * www.chiapas.ch

----> (Hinweis: dieser Aufruf kann als fertig layoutetes Flugblatt (2
Seiten) von der Homepage der Gruppe B.A.S.T.A.  http://www.gruppe-basta.de heruntergeladen werden)